Montag, 19. November 2012

Heute Morgen haben wir wieder Nebel


Heute Morgen haben wir wieder Nebel. Nasse und schwere Morgenluft kommt zu meinem Fenster herein. Kaum ein Geräusch ist zu hören alles verschluckt der Nebel. Er lässt die Häuser gegenüber in einem grauen nichts entschwinden, löscht die Welt in meinem Blickfeld aus. Nur das was unmittelbar um mich herum ist gewinnt an Bedeutung. Man ist wie ein Schiff auf hoher See.
Auf meinem Schreibtisch brennen vier Kerzen ihr Licht erhellt nur schwach den Raum.
Holzig-würzig duftet ein klimmendes Räucherstäbchen und verbreitet langsam sein Aroma. Der Duft vermischt sich mit der feuchten Nebelluft. Ich habe das Gefühl das ich mich an einem anderen Ort befinde. Ich sehe aus dem Fenster und glaube wenn sich der Nebel lichten würde, blicke ich von oben in ein Tal hinab, sähe wind-krummen und regen-nassen Bergwald zwischen den Nebelschwaden auftauchen, einsam und still in einer Berghütte sitzend, auf nichts wartend, nichts tun müssend.
In dieser Stimmung bereite ich mir einen wunderbaren Sencha zu. Er hat ein tief dunkelgrünes nadeliges Blatt und einen herrlichen vollen Geschmack, der mich an Gyokuro erinnert.


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